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Bisschen Kleingeld?![]() Eine Stilkritik von Lena Posch
En Vogue. Paris. Hochglanzmagazine und Preise, die einem die Luft abschnüren. Vor allem aber begehrenswerte Schönheit. Oder dickliche, behaarte und müffelnde Models. Wenn Obdachlose mit fettigen Haaren über den Laufsteg wackeln, lässt sich über Schönheit streiten. Das IndependentModelabel »Muschi Kreuzberg« setzt nicht nur auf Antimodels, sondern macht sich das Image des heruntergekommenen Berlins zunutze. Hauptsache, so richtig schön abgefuckt. Ein Markenzeichen ist ein Anker mit einer Spritze, unter dem »Kotti d’Azur« zu lesen ist. Eine Vermarktung eines der Hauptumschlagplätze für Drogen in Berlin: das Kottbusser Tor. Die abgeranzten Parkas wurden gegen neue Baumwollshirts mit Sprüchen wie »Sucht und Ordnung« oder »Harte Schale, weicher Korn« getauscht. Die »Schandflecken « der Straße sind die neuen Models. Und die Hipster sind ganz aus dem Häuschen. Der Lokalpatriotismus Berlins wird unheimlich gerne zur Schau gestellt. Dazu kommt noch der gewisse Imagefaktor. Denn abgefuckt ist in – natürlich nur mit Niveau. Denn anstatt sich wie Penner zu kleiden, kauft man sich eher ein Shirt für 35 Euro. Und natürlich den Jutebeutel. Bloß nicht den Jutebeutel vergessen! Davon produziert Muschi Kreuzberg natürlich auch Massen. |