Politik & Gesellschaft

Start 2022

a3redaktion
11. März 2021

Anfang 2022, so die Planungen, soll eine Interimsausstellung in der Halle 116 eröffnet werden. Dies bestätigte die Stadt Augsburg auf Nachfrage unserer Redaktion. Thomas Weitzel, Leiter der Stabsstelle Kultur im Referat der Oberbürgermeisterin, erklärt den aktuellen Stand: »Aufgrund der erst Anfang des Jahres erfolgten Finanzierungszusagen von verschiedenen Fördergebern, steht erst seit Februar das Gesamtbudget fest, das sich nunmehr erfreulicherweise auf insgesamt 210.000 Euro beläuft. Auf dieser Grundlage wird nun die Ausschreibung für die Ausstellungsgestaltung vorbereitet.«

Die Finanzierung des Projekts setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Neben einem Eigenanteil der Stadt fließen Gelder des Freistaats Bayern, der Berliner Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«, des Förderprogramms »Demokratie leben«, der Arno-Buchegger-Stiftung, der Bezirk-Schwaben-Stiftung und der Stiftung Erinnerung.

Thematisch soll die Ausstellung die verschiedenen historischen Schichten des Gebäudes behandeln. »Das Jahr 1945 bildet ein Scharnier, von dem aus in die NS-Zeit und in die Zeit der Befreiung durch die Amerikaner geblickt wird. Beide Ebenen sollen ausgewogen behandelt werden«, so Weitzel. Das Konzept von Prof. Dr. Philipp Gassert (Download des Dokuments unter: www.augsburg.de/kultur/erinnerungskultur/halle-116) soll die Grundlage bilden.

Eine vom Kulturausschuss beschlossene Arbeitsgruppe arbeitet an der inhaltlichen Ausgestaltung. Ihr gehören an: Prof. Dr. Günther Kronenbitter, Tobias Brenner (beide Universität Augsburg), Dr. Barbara Staudinger (Jüdisches Museums Augsburg Schwaben), Gerhard Fürmetz (Geschichtswerkstatt), Bernhard Kammerer (Bürgeraktion Pfersee), Dr. Harald Munding (VVN-BdA), Marcella Reinhardt (Regionalverband Deutscher Sinti und Roma), Georg Feuerer (Verein Amerika in Augsburg), Alexander Mazo (Israelitische Kultusgemeinde), Dr. Felix Bellaire (Stadt Augsburg, Fachstelle für Erinnerungskultur) und Thomas Weitzel (Stadt Augsburg, Stabsstelle Kultur). Eine erfahrene Kuratorin oder ein Kurator soll dem Gremium beratend zur Seite stehen.

Bauliche Maßnahmen an der Halle 116 sind aktuell nicht geplant. Die Gesamtsanierung des Gebäudes inklusive Altlastenbeseitigung würde nach einer groben Prognose von Ende 2019 rund elf Millionen Euro kosten.

Nach der Installation der Interimsausstellung sollen weitere Angebote folgen: So wird die coronabedingt bereits zweimal verschobene Wanderausstellung »Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte« des Anne-Frank-Zentrums 2022 nachgeholt. Auch Vortragsreihen zu zeitgeschichlichen Themen sind angedacht. Beim Veranstaltungsprogramm möchte die Stadt eng mit den für die Erinnerungskultur engagierten Initiativen kooperieren. Ziel sei es, erläutert Weitzel, »die Halle 116 zu beleben und als Erinnerungsort im Bewusstsein der Stadtgesellschaft zu verankern.«

Lesen Sie zum Thema auch den aktuellen Gastbeitrag »Kein Grund zur Euphorie« von Judith Alberth: »Die Halle 116 ist eine große Chance für die Stadt Augsburg, ihrer historischen Identität gerecht zu werden. Doch noch ist offen, wohin die Reise geht.«

Foto oben: Die Halle 116 befindet sich heute vis-à-vis des modernen Bürokomplexes »Sheridan Tower« im Gewerbegebiet »Sheridan-Park« unweit der B 17.

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