Politik & Gesellschaft

Römer in den Glaspalast

Max Kretschmann
4. Dezember 2019

Bei der gestrigen Pressekonferenz zum neuen Wahlkampfprojekt der CSU »Lab Romanum« stellte OB-Kandidatin Eva Weber fest, dass sie gegenüber ihren Wählern ehrlich sein möchte: Ein römisches Museum werde auch in der kommenden Amtsperiode nicht umzusetzen sein. Die verschiedenen Umstände, die seit vielen Jahren die Realisierung des Museums am Predigerberg verhindern, ließen sich in den nächsten sechs Jahren nicht ohne weiteres aus dem Weg räumen.

Stattdessen soll im Glaspalast – nicht unbedingt als Übergangslösung – eine Dauerausstellung zu einem der wichtigsten archäologischen Artefakte Augsburgs gestaltet werden. Der sogenannte »Sieges-Altar« oder »Juthungen-Altar«, der 1992 bei Bauarbeiten ausgehoben wurde, spielt hierbei eine zentrale Rolle. Auf dem Altarstein finden sich Inschriften, die Auskunft über eine Zeit der Augsburger Stadtgeschichte geben, die bis zu dessen Fund völlig im Dunkeln lagen. Unter dem Titel »Lab Romanum« würde das museale Projekt in der ehemaligen Staatsgalerie Moderne Kunst direkt neben dem Zentrum für Gegenwartskunst »H2« angesiedelt werden, Kooperationen der beiden Ausstellungen seien dabei generell möglich. Das Entwicklungskonzept sieht einen Kostenbedarf von etwas über einer Millionen Euro vor, der das benötigte kuratorische Personal schon miteinschließt.

Weber betont: »Geschichte darf nicht einfach so im Raum herumstehen, sondern muss greifbar und erschließbar sein, gerade mit digitalen Methoden«. Eine solche Vermittlung mit multimedialen Formaten soll dabei Mittel einer Museumspädagogik sein, die auch auf ein jüngeres Publikum abzielt. So bestehe etwa die Möglichkeit, Schulklassen die Römerzeit durch Räumlichkeit und bewegte Medien erfahrbar zu machen. Im Zentrum des (in der Präsentation rund gestalteten) Raums soll dabei der »Juthungen-Altar« stehen.

Einen Rückschlag würde dieses Projekt jedoch für die »Große Schwäbische« bedeuten, die dieses Jahr zum ersten Mal in den von der Stadt bis 2024 angemieteten Räumlichkeiten stattfindet. Wenn das Projekt 2022 zum 200-jährigen Jubiläum der römischen Sammlung Augsburgs eröffnet würde, dann müsse sich für die schwäbische Gegenwartskunst ein anderer Platz finden. Für die Infrastruktur der Stadt würde das »Lab Romanum« jedoch einen absoluten Gewinn darstellen, wie Weber bei der Pressekonferenz erklärte. Zu Gunsten einer besseren Erreichbarkeit werde über eine spezielle Buslinie nachgedacht, die auch das tim miteinschließe. Überhaupt manifestiere sich hier die Idee eines dezentralisierten Museumsviertels, das über die Öffentlichen an die Innenstadt angeschlossen werde. Zum Schluss betonte Weber, im Sinne des Spruchs »aufgehoben ist nicht aufgeschoben«: »Augsburg braucht auf Dauer ein neues Römermuseum. Aber was hindert uns, auf dem Weg dahin neue, innovative Wege zu gehen?«

Visualisierung: © Eva Weber

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© Julia Wesely
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