Ausstellungen & Kunstprojekte

Pessach, Buber, Bautensprache

Martin Schmidt
26. April 2017

Von April bis Juni geht das Veranstaltungsprogramm, mit dem das Jüdische Kulturmuseum Augsburg-Schwaben (JKMAS) das Jubiläum »100 Jahre Synagoge Augsburg« begeht. Solch ein Hundertjähriges ist ein seltenes Jubiläum: Als einzige Großstadtsynagoge in Bayern (und eine der ganz wenigen in Deutschland) hat die Augsburger Synagoge in der Halderstraße die NS-Zeit überstanden. Mit der 29 Meter hohen Kuppel wird sie heute zu den schönsten Synagogen Europas gezählt.

Für den Mai sieht das Jubiläumsprogramm einen Festvortrag und zwei aktuelle Ausstellungen vor. Prof. Dr. Michael Brenner wird am Dienstag, 16. Mai, zum Thema »Die Augsburger Synagoge und die Jüdische Renaissance« referieren (Festsaal der Synagoge, 19:30 Uhr). Der Dozent ist Lehrstuhlinhaber für Jüdische Geschichte und Kultur an der Uni München und Direktor des Center for Israel Studies in Washington D.C. Der Vortrag beleuchtet den inneren Wandel des deutschen Judentums zwischen dem Ersten Weltkrieg und der NS-Herrschaft anhand seiner Synagogenbauten. Die Einweihung der Augsburger Synagoge 1917 markierte das Ende der monumentalen Synagogenbauten, wie sie für das 19. und frühe 20. Jahrhundert repräsentativ waren: Mit dem Ersten Weltkrieg und der Weimarer Republik setzen eine neue Ästhetik, ein neues Kunstverständnis und auch ein neuer Zugang zum Judentum ein.

Dann die Ausstellungen: »Pessach – Erinnerung an den Auszug aus Ägypten« (zu sehen im JKMAS bis Sonntag, 24. September) beschäftigt sich mit einer der wirkmächtigsten Erzählungen (im biblischen Buch »Exodus« beschrieben) der jüdischen Kulturgeschichte. Die Ausstellung »›… zäh, genial, unbedenklich …‹ – die Schriftstellerin Paula Buber (1877–1958)« (Foto) ist in der Museumsdependance Ehemalige Synagoge Kriegshaber (Ulmer Straße 228) zu sehen. Die Eröffnung findet am Mittwoch, 26. April, 19 Uhr im Pfarrheim Heiligste Dreifaltigkeit, Ulmer Straße 195a statt. Bis Sonntag, 28. Mai, sind die Besucher eingeladen, Leben und Werk jener Frau kennenzulernen, die seit 1907 mit dem Religionsphilosophen Martin Buber verheiratet war. Die Ausstellung porträtiert die in München geborene, vom katholischen Glauben zum Judentum übergetretene Autorin als zu Unrecht vergessene Schriftstellerin, deren vom Philosophen Theodor Lessing hochgelobte Werke im Schatten des berühmten Ehemanns standen.

www.jkmas.de

Foto: Buber Family, Jerusalem

Weitere Nachrichten

27.11.2021 - 10:00 | Sarvara Urunova

Am Freitag, 10. Dezember spielt das Johanna Summer Trio im Jazzclub Augsburg.

26.11.2021 - 23:46 | Manuel Schedl

Zum Jahresausklang gibt es ein Triple-Release von drei Augsburger Klangkünstlern auf dem Augsburger Sprachkunst-Label »atemwerft«

26.11.2021 - 09:00 | Gast

Bernd Rummert ist der Kunstpreisträger der Stadt Augsburg 2021. Von Norbert Kiening

24.11.2021 - 18:00 | Anna Hahn

Am Samstag, 27. November eröffnet die 73. Große Schwäbische Kunstausstellung in der Halle 1 im Glaspalast.

24.11.2021 - 12:32 | Anna Hahn

In Diedorf zeigt das Theater Eukitea einen Klassiker der Märchenerzählung: »Dornröschen«.

24.11.2021 - 10:25 | Bettina Kohlen

Die Galerie Noah zeigt im Glaspalast neue Arbeiten des Wiener Aktionskünstlers Hermann Nitsch, darunter auch die Bayreuther Walküre-Schüttbilder vom letzten Sommer.

23.11.2021 - 11:49 | Anna Hahn

Meggie, Dornröschen und das kleine Engele nehmen Kinder und die ganze Familie mit auf eine Reise in fantastische Welten.

22.11.2021 - 09:17 | Manuel Schedl

Der Fotograf Fabian Schreyer hat sich der stolzen Wasservögel angenommen und manch komisches Element bei ihnen entdeckt.

18.11.2021 - 13:31 | Martin Schmidt

Henge bringen intergalaktischgen Rave nach Augsburg. Das spacig-funkadelisches Raumschiff der Band aus Manchester landet am Samstag, 27. November im City Club.

18.11.2021 - 07:09 | Martin Schmidt

Der Vorstand der Club & Kulturkommission Augsburg wurde im Amt bestätigt. Das dreiköpfige Vorstandsteam ist für zwei Jahre im Amt.