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Festival

Musikalischer Kanuslalom am Kuhsee

Gastautor

Am 6. August wird eine Bühne am Ufer des Kuhsees zum musikalischen Austragungsort.

Der Augsburger Kuhsee ist nicht nur beliebtes Ausflugsziel für die im Sommer hitzegeplagten Augsburger und lädt im Winter zu Spaziergängen entlang des gefrorenen Sees ein. Unmittelbar in seiner Nähe finden sich mehrere Objekte des Augsburger Welterbes. Zum einen das Lechwehr am Hochablass, das seit fast 800 Jahren Wasser für die Stadt Augsburg ableitet. Zum anderen das Wasserwerk am Hochablass, das seit 1879 den Stadtbewohner*innen eine moderne Trinkwasserversorgung sichert. Gleich gegenüber dem historischen Wasserwerk findet sich übrigens auch ein Trinkwasserbrunnen für alle Ausflügler*innen, die unterwegs durstig werden. Auch der Augsburger Eiskanal befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Augsburger Kuhsee. Die für die Olympischen Spiele 1972 gebaute künstliche Wildwasser-Kanustrecke war die weltweit erste ihrer Art. Bis heute wird der Eiskanal, der sein Zufluss aus dem Lech speist, für internationale Wettbewerbe genutzt. So steht Ende Juli die Kanuslalom-WM in Augsburg an.

Nur eine Woche später, am 6. August, wird die Verbindung aus Musik und Wasser noch plastischer. Und zwar mit einer Bühne am Ufer des Kuhsees. Zu Gast sind Etran de l’Aïr aus der zentral gelegen Provinzhauptstadt Agadez, die ähnlich wie Augsburg mit seinem Wassermanagement-System den Welterbetitel für ihr historische Zentrum trägt. Der Name der vielfach gefragten Band, übersetzt »Die Sterne von Aïr«, erinnert an die Bergregion im Norden von Niger. Die Musiker spielen auf verschiedenen gesellschaftlichen Anlässe wie Hochzeiten, Taufen oder politischen Veranstaltungen. Die Band blickt zurück auf über 25 Jahre musikalische Erfahrung, die sich am typisch panafrikanischen Stil ihrer Heimat orientiert und gleichzeitig eine Vielzahl musikalischer Einflüsse mitaufnimmt – etwa nordmalischen Blues, Hausa-Bar-Sounds sowie kongolesischen Soukous. Die Musiker um Bandleader Moussa Ibra spielen für alle, wie Ibra – Spitzname Abindi – erklärt. Gemeint sind mit »alle« die unterschiedlichen Volksgruppen und Stämme, die in der Musik zusammenfinden. Die Musik von Etran de l’Aïr ist mittlerweile auf zwei Alben (»No. 1« und »Agadez«) beim renommierten Label Sahel Sounds erschienen. Gar nicht so selbstverständlich. In einem Interview berichtete Abindi vom schwierigen Anfang mit nur einer Gitarre und einer zum Schlagzeug umfunktionierten Kalebasse.

Supportet werden die Tuareg-Musiker am Kuhsee von Marcoca aus Augsburg und Kauf­beuren. Hier verschmelzen psychedelische Klänge mit Funk, Jazz und prägendem Surf-Rock. Mit »Cosmic Blunder« haben die fünf Musiker nach der Pandemie ein Album mit viel Herzblut herausgebracht, das europaweit Beachtung fand und den Surf-Rockern auch international Fans beschert hat. Vieles an der Musik klingt hier nach Urlaub und Strand. Perfekt also für die Bühne am Kuhsee, die beides zusammenbringt.

Abgerundet wird das Programm auf der Kuhsee-Bühne von der Augsburger Femme-Band Lilla Blue. Die Musikerinnen bewegen sich zwischen Folkrock und Pop. Gegenwärtig arbeiten sie an ihrem Debütalbum, das nächstes Jahr erscheinen soll. Auf eine breite Fanbasis können Lilla Blue bereits jetzt blicken. So fanden sie bereits als Newcomer ihren Weg zum Modular-Festival und räumten beim ersten Livestream des Soho Song Slams den ersten Platz ab. Mit »Tiny Giants« und »Dark Lights«, 2020 und 2021 erschienen, sind auch schon zwei EPs am Start.