Ausstellungen & Kunstprojekte

Hörbares Denkmal

a3redaktion
18. November 2020

In der Klangkunstgalerie im Großen Foyer erklingt dieses Projekt nun als »Dauerausstellung«. Das Gebäude des Kulturhauses abraxas, selbst als ehemaliges Wehrmachts-Offiziersheim ein NS-Täterort, fungiert durch die Klanginstallation als akustisches Mahnmal im Fluchtpunkt der drei KZ-Außenlager, die sich in seiner Umgebung befanden. Der Besuch vor Ort ist derzeit aufgrund der geltenden Corona-Verordnungen nicht möglich. Zukünftig wird die Installation bei freiem Eintritt während der Öffnungszeiten des abraxas-Büros (Mo geschlossen, Di–Do 8:30–12:30 und 13:30–16:30 Uhr, Fr 8:30–12:30 Uhr) zu hören sein. Unabhängig davon kann man sich online einen ersten Eindruck zu verschaffen: www.geschichtsagentur-augsburg.de/listen-projekt.html

Der Historiker Reinhold Forster von der »geschichtsagentur augsburg« hat im Auftrag der Stadt Augsburg die Namen der Häftlinge erforscht, die 1944/45 im KZ-Außenlager Augsburg-Pfersee (heute Halle 116) interniert waren und Zwangsarbeit für die Messerschmitt AG verrichten mussten. Aus der intensiven Beschäftigung mit den Namenslisten der Häftlinge entstand die Idee, den Namen der dort verzeichneten Menschen ein hörbares Denkmal zu setzen. Für die derzeit entstehende Ausstellung in der Halle 116 wurde eine eigene Version der Installation »LISTEN« produziert, die zu einem späteren Zeitpunkt dort eröffnet werden soll.

Die Schauspieler*innen und Sprecher*innen Lisa Bühler, Matthias Klösel, Anja Neukamm und Jörg Schur rezitieren die Namen von Häftlingen aus dem KZ-Außenlager Augsburg-Pfersee, aber auch von jüdischen Frauen aus Ungarn, die in Kriegshaber im Außenlager Michel-Werke (heute Augsburger Gewerbehof) gefangen gehalten wurden.
 
Foto: Ein Detail aus den von Reinhold Forster im Zuge seiner Forschungsarbeit ausgewerteten Häftlingslisten aus dem Außenlager Augsburg-Pfersee des Konzentrationslagers Dachau. (© geschichtsagentur augsburg)

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