Politik & Gesellschaft

Deine Nachbarschaft, ein religiöser Kosmos

Martin Schmidt
28. Februar 2018

Gut 120.000 Katholiken, circa 44.000 Protestanten, etwa 1.500 Juden und geschätzt rund 25.000 Muslime sollen in Augsburg leben. Hinzu kommen Buddhisten verschiedenster Strömungen, Hindus, christliche orthodoxe Kirchen und Freikirchen sowie viele andere Glaubensrichtungen mehr. Ein Online-Religionsatlas dokumentiert und kartografiert nun diese religiöse Vielfalt in Augsburg. Das Verzeichnis wurde in enger Kooperation des Friedensbüros mit dem Runden Tisch der Religionen entwickelt und umgesetzt. Letzterer hatte auch die Idee zu dem Projekt. Der Runde Tisch der Religionen hatte 2012 den südkoreanischen Manhae-Friedenspreis für interreligiösen Dialog erhalten und das Preisgeld ermöglichte die Umsetzung der Idee.

Der Religionsatlas, etwas versteckt als Subpage der Homepage www.friedensstadt-augsburg.de, bietet einen digitalen Stadtplan, der, interaktiv nach Stadtteilen anklickbar, die Standorte religiöser Stätten anzeigt und Hintergrundinformationen zu den unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften liefert. Dafür wurden aufwendig rund 50 Gemeinde- bzw. Standortvertreter interviewt. Die Beschreibungen der einzelnen Orte wurden mit den einzelnen Gemeindevertretern abgestimmt und und von diesen autorisiert. Aufnahmekriterien für das Projekt seien gewesen, dass die Gemeinden nicht als religiöse Sekte gelten und dass sie das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland anerkennen. Esoterische Gruppen finden keinen Einzug in das Verzeichnis.

Per Klick und Pop-up-Window sind Ansprechpartner, Zusammenkunftszeiten, Ansprechpartner und Adresse mit nächster ÖPNV-Haltestelle aufrufbar. Ein weiterer Link führt jeweils zum detaillierten Gemeindeporträt. Dieses ist in der Regel bebildert und führt neben den in der Community gepflegten Aktivitäten auch die Sprache auf, in der die spirituellen Zusammenkünfte abgehalten werden. Einsichtsreich ist die (leider nicht verlinkte) Nennung der zum Teil interreligiösen Verbindungen zu anderen Gemeinschaften. Die einzelnen Religionsrichtungen werden jeweils in kurzen Texten vorgestellt.

Der Atlas ist derzeit klar begrenzt auf das Stadtgebiet. Mit nun 46 Einträgen online soll er ständig aktualisiert werden: Religiöse Gemeinden können sich gerne melden, um auch in das Verzeichnis aufgenommen zu werden. Ähnliche Projekte wie den Augsburger Religionsatlas gab oder gibt es auch in Kassel, Nürnberg, Bremen und Kiel.

www.friedensstadt-augsburg.de

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