Politik & Gesellschaft

Augsburg ohne Bischof

a3kultur-Redaktion

Bischof Dr. Konrad Zdarsa ist nach seinem altersbedingten Amtsverzicht nurmehr Bischof emeritus. Die Nachricht dazu teilte der Vatikanische Pressesaal am 4. Juli, dem Hochfest des heiligen Ulrich, Patron des Bistums Augsburg, mit. Bischof Dr. Konrad Zdarsa war am 7. Juni 75 Jahre alt geworden. Das Angebot seines Amtsverzichts folgte den Vorgaben des Kirchenrechts. Mit Zdarsas Amtsverzicht erlöschen gleichzeitig die Amtsvollmacht des Generalvikars, des amtlichen Stellvertreters des Bischofs und seines Alter egos, welches Domkapitular Monsignore Harald Heinrich (52) innehatte. Ebenfalls erlischt die Amtsvollmacht von Prälat Dr. Bertram Meier als Bischofsvikar für Ökumene und Interreligiösen Dialog.

Zdarsa war neun Jahre lang Bischof des Augsburger Bistums. In dieser Zeit habe er »beherzt und selbstlos die Herausforderungen angegangen«, das Bistum »zukunftsorientiert, transparent, glaubwürdig und anschlussfähig zu gestalten«, so das Bistum in der am selben Tag ergangenen Pressemitteilung. Man blicke dankbar auf diese neun Jahre zurück. Zdarsa wurde am 8. Juli 2010 von Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Augsburg ernannt und am 23. Oktober 2010 in sein Amt eingeführt. Zuvor war er drei Jahre lang Bischof der Diözese Görlitz. Seine Priesterweihe empfing Bischof em. Konrad vor 45 Jahren am 16. März 1974.

Abschied mit Marx und Mozart
Am Sonntag, 7. Juli, findet im Hohen Dom zu Augsburg ein Dankgottesdienst mit dem Domorchester und den Augsburger Domsingknaben statt (Beginn 15 Uhr). Unter der Leitung von Domkapellmeister Reinhard Kammler wird die Große Credomesse von Wolfgang Amadeus Mozart zu hören sein. Neben dem emeritierten Bischof werden zahlreiche kirchliche Würdenträger erwartet. Ihr Kommen zugesagt haben unter anderem der Apostolische Nuntius in Deutschland Erzbischof Nikola Eterović, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München und Freising Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln), Erzbischof Ludwig Schick (Bamberg) und Bischof Rudolf Voderholzer (Regensburg). Als Repräsentanten des öffentlichen Lebens werden nach dem Gottesdienst Florian Herrmann, Leiter der Bayerischern Staatskanzlei, und Zweite Bürgermeisterin Eva Weber Grußworte sprechen, als Vertreter der Ökumene wird Regionalbischof Axel Piper sprechen.

Der Weg zur Nachfolge
Mit dem Eintreten der so genannten Sedisvakanz geht nun zunächst die Leitung der Diözese an Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger (61) als dienstältesten Weihbischof über. Er hat innerhalb von acht Tagen das Domkapitel zur Wahl eines Diözesanadministrators einzuberufen. Ein Bischhof hat unter anderem wenigstens fünfunddreißig Jahre alt und seit mindestens fünf Jahren Priester zu sein, des Weiteren bedarf es einen Doktorgrad oder den Grad des Lizentiaten an einer vom Apostolischen Stuhl anerkannten Hochschuleinrichtung.

Das Bild zeigt Bischof em. Dr Konrad Zdarsa. Foto: Bernd Müller/pba